Alte Herren: Sieg der Ü50 zum Saisonauftakt

SG Sprockhövel Ü50 – FC Marl Ü50

-Bericht von Jupp Uhlenbruch-
Zwei verschiedene Halbzeiten sahen die wenigen Zuschauer bei Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt in einem Spiel zweier Mannschaften, die sich zuvor noch nie gegeneinander gespielt hatten und war es die erste Hälfte, die klar im Zeichen des FC stand, so waren es die Gastgeber, welche im zweiten Durchgang mächtig aufs Gaspedal drückten und letztendlich konnte man froh sein, dass der Schiri pünktlich die Begegnung nach 70 Minuten abpfiff.
Der Reihe nach.Bereits in der 4.Minute spielte Udo Meister einen Pass in die Tiefe der Sprockhöveler Hälfte, zwei Abwehrspieler behinderten sich gegenseitig und Karlo Simon, diesmal auf der Position hinter den Spitzen aufgestellt, spritzte dazwischen, spielte den Torhüter noch aus und schob seelenruhig zur Führung des FC Marl ein und als Rüdiger Simon sich nur unwesentlich später auf der linken Seite durchsetzen konnte, den Ball in die Mitte des 16-ers passte, war es erneut der Capitano, der kaum zu bremsen war, mit dem schwächeren linken Fuß das zweite Tor markierte…so konnte es weitergehen.
Und so ging es auch weiter, Sprockhövel hatte keine Chance, das Spiel der Gäste lief wie am Schnürchen, Kalle Heimbruch organisierte die Abwehr ruhig und besonnen, im Mittelfeld zogen Bernd Wendler und Jörg Overdieck die Fäden und vorne waren Udo Meister, Heiko Siegeln und besagter Karlo Simon ständige Unruheherde, beschäftigten die gegnerische Abwehr immer wieder.Zwischen MInute 21 und 24 hatten die Marler drei glasklare Torchancen, zunächst wurde eine Flanke von Frank Tollkamp von einem Abwehrspieler fast ins eigene Tor bugsiert, allein der Innenpfosten bewahrte die Gastgeber vor dem dritten Tor, ein Kopfball von Jörg Overdieck ging knapp übers Tor, ein Schuss von Heiko Siegeln knapp daneben.Es konnten schon längst vier bis fünf Tore gefallen sein, letztendlich war es dann Heiko Siegeln vorbehalten, mit seinem starken linken Fuß den dritten Treffer zu markieren, hier hatte Jupp Glatz mit tollem Zuspiel die Vorarbeit geleistet..Die Gastgeber wussten nicht wie ihnen geschah, einen Freistoß von Christian Müller holte der Keeper mit phantastischer Parade noch aus dem Winkel, kurz darauf war er aber zum vierten Male geschlagen, als nach einer Ecke von Martin Seiler vor dem Gehäuse ein Durcheinander entstand und Christian Müller aus dem Gewühl heraus abstaubte…hier bahnte sich ein Desaster für Sprockhövel an, allerdings durften auch sie kurz vor dem Pausenpfiff jubeln, als ein Zuspiel aus der eigenen Marler Abwehr heraus zu kurz geriet, ein Angreifer erahnte die Situation, erkämpfte sich das Leder und zog einfach mal ab…der harte Schuss wurde fast noch eine Beute von Dirk Gardhoff, er kam sogar noch mit den Fingerspitzen ans Leder, konnte aber den Einschlag dann doch nicht verhindern.Mit diesem deutlichen Vorsprung ging man in die Pause, Betreuer Jupp Uhlenbruch sollte später sagen, es sei die beste Vorstellung seiner Truppe seit über einem Jahr gewesen, Recht hatte er, jedoch sollten die zweiten 35 Minuten ein völlig anderes Bild ergeben.
Einige verletzungsbedingte Umstellungen auf Marler Seite, sowie Veränderungen auf Seiten der Gastgeber zu Beginn von Halbzeit Zwo, ließen das Spiel dann in einem anderen Licht erscheinen, nun war es die Sprockhöveler, die die Initiative ergriffen und hätte nicht Dirk Gardhoff in der 38. und 43. Minute zweimal glänzend reagiert, die Gastgeber wären sehr früh ins Spiel zurückgekommen, vom FC war zu diesem Zeitpunkt kaum noch etwas zu sehen, es dauerte bis zur 55.Minute, als man endlich wieder einen vernünftigen Angriff vortrug.Bernd Wendler spielte einen Traumpass auf den überragenden Karlo Simon, der tanzte noch einen Gegenspieler aus und markierte seinen dritten Treffer an diesem Tage…jetzt konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen, dachte man.Doch weit gefehlt.Innerhalb von drei Minuten verkürzten die Gastgeber auf 3-5, wobei der erste Treffer wieder einem Fehler in der eigenen Abwehr entsprang, bei dem Fernschuss aus 25 Metern Entfernung, der genau im Tordreieck einschlug, war Dirk Gardhoff chancenlos.Das Spiel hatte eine Wendung durchlaufen, die wohl niemand in dieser Form erwarten konnte, bei unserer Mannschaft lief nichts mehr zusammen, eine weitere Torchance hatte man noch, als sich Karlo Simon durchtankte, den Ball in die Mitte passte, wo Jupp Glatz, völlig freistehend, zu umständlich agierte und anstatt den Ball ins leere Tor zu schieben, zu lange zögerte, so das ein Gegenspieler ihm noch das Leder vom Fuß spitzeln konnte.Sonst ging beim FC nicht mehr viel, im Gegenteil, die Gastgeber wurden immer stärker, es häuften sich die Unzulänglichkeiten in der anfangs so sattelfesten Abwehr, die Gastgeber kamen zu weiteren Großchancen, die einmal von Dirk Gardhoff per Glanztat und ein anderes Mal von Christian Müller vereitelt wurden, als er kurz vor der Torlinie den Ball noch so eben wegschlagen konnte.Quasi mit dem Schlusspfiff kassierte man tatsächlich noch ein viertes Gegentor, nach einer Ecke kam ein Angreifer völlig frei zum Kopfball und markierte das 4-5.Kurz darauf pfiff der Unparteiische die Begegnung ab, der FC Marl hatte nach deutlicher Pausenführung einen sicheren Sieg fast noch aus den Händen gegeben, wer weiß wie die Partie, die man so souverän gestaltet hatte, ausgegangen wäre, wenn das Spiel noch fünf Minuten länger angedauert hätte.So ist unsere Ü50 mit einem Sieg in die neue Saison gestartet, der aufgrund der ersten Halbzeit Anlass zur Freude gibt, allerdings nach der Leistung der zweiten Hälfte durchaus für häufigeres Stirnrunzeln in Zukunft sorgen könnte.Ein Schlusswort noch zum Gegner.Der Protagonist dieser Zeilen kann sich nur schwerlich daran erinnern, jemals gegen eine derart faire und sportliche Truppe gespielt zu haben.Der SG aus Sprockhövel gebührt hier ein genauso großer Dank, wie dem Schiedsrichter, der die Partie jederzeit umsichtig und objektiv leitete, obwohl er vom Gastgeber gestellt wurde und auch als Sprockhövel kurz vor dem Abpfiff das 4-5 erzielte, ließ er nicht, wie es andere Referees andererHeimteams vielleicht machen würden, noch zwei oder drei Minuten nachspielen, sondern pfiff pünktlich ab…eine überaus faire Geste.

Aufstellung: D.Gardhoff, G.Preuß, R.Simon, K.Heimbruch, F.Tollkamp, B.Wendler, J.Overdieck, M.Seiler, K.Simon, U.Meister, H.Siegeln, H.Zühlke, J.Glatz, C.Müller

Tore:
0-1 K.Simon
0-2 K.Simon
0-3 H.Siegeln
0-4 C,Müller
1-4
1-5 K.Simon
2-5
3-5
4-5

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