Alte Herren: 4:8-Niederlage gegen Traber-Kicker

Traber-Kicker – FC Marl  8:4 (3:2)

“Eigentlich habe ich gedacht, ich gehe wie so oft zu den Alten Herren und kann ein bißchen pölen…und dann sowas!”, fasste Patrick Walter direkt nach dem Spiel in der Kabine die Geschehnisse kurz und knapp zusammen. Dass die Traber-Kicker, eine zusammengewürfelte Truppe aus aktuellen und AH- und Seniorenspielern sowie diversen Ex-Profis grundsätzlich personell bärenstark aufgestellt sind, war bereits bekannt. Jetzt zauberten sie zudem den einen oder anderen aktuellen Oberliga-Spieler (u.a. den Abonnement-Torschützenkönig Stefan Oerterer) aus dem Hut, mit einem gewöhnlichen AH-Spiel hatte dies in der Tat relativ wenig zu tun.  Und so war es wenig verwunderlich, dass die ersten Aktionen ausschließlich in Richtung Marler Gehäuse stattfanden. Der erste Treffer für die Hausherren lag quasi in der Luft, dieser sollte aber auf der Gegenseite fallen. Patrick Walter setzte mit einem tollen Pass Lukas Kozielski auf der rechten Seite in Szene, dieser flankte vor das Tor und am langen Pfosten beförderte Patrick „Fliese“ Simon das Spielgerät akrobatisch über die Linie. Die Gastgeber zeigten sich beeindruckt, blieben aber spielbestimmend und erspielten sich zahlreiche Möglichkeiten, scheiterten aber zumeist am glänzend aufgelegten (Gast-)Torhüter Denis Averbeck. Und beinahe wäre sogar das 2:0 für den FC Marl gefallen, der Geniestreich von Patrick Walter, ein Schuss von knapp hinter der Mittellinie über den weit vor dem Tor stehenden Keeper, landete aber Zentimeter über dem Gehäuse.
Danach nahm die Partie aber zusehends den Lauf der Dinge. Wer sonst, als Stefan Oerterer höchstpersönlich, sorgte mit einem punktgenauen Zuspiel vor das Tor für den Ausgleich. Und kurz darauf erzielte er per Foulelfmeter nach einem harmlosen Rempler die 2:1-Führung. Als anschließend direkt das 3:1 fiel, konnte man bereits Böses erahnen. Doch die nächsten Chancen sollten die Marler erhalten. Erst scheiterte Lukas Kozielski allein auf den Schlussmann zulaufend, anschließend war es Agron Arifaj, der völlig blank vor dem Tor per Kopf hätte einnetzen können. Besser machte es Andy Dolega, der zwar im zweiten Anlauf, aber energisch zum 2:3 verkürzen konnte. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Halbzeitpause.
Marl wechselte nun fleißig durch, die Gastgeber verzichten auf die Einwechslung ihrer (älteren) Spieler, hatten sie scheinbar etwas Angst vor einer Blamage. Diese Taktik zogen sie übrigens bis zum Schlusspfiff durch.
Es dauerte keine ganze Zeigerumdrehung, da fiel der etwas überraschende Ausgleich. Patrick Walter tankte sich durch die Abwehrreihe und konnte nur durch ein Foulspiel gestoppt werden. Dem Motto „der Gefoulte sollte nicht selbst schießen“ trotzend schob er überlegt und gewohnt lässig ein.
Das war es dann aber auch mit der Marler Herrlichkeit. Von nun an spielte nur noch eine Mannschaft und das waren die Platzherren. Kurz hintereinander fielen die Treffer 4 und 5, bevor es hitzig wurde. Hier war der Schiedsrichter leider nicht ganz unbeteiligt. Gab es bis hierhin keine einzige unfaire oder strittige Aktion, sollte ein harmloser Einwurf dafür sorgen, dass es fortan ziemlich hitzig zugehen sollte. Der Einwurf wurde von hinter der Barriere ausführt, was schon nicht den Regeln entspricht. Das sich zwischen Barriere und Seitenlinie noch eine ca. 6 oder 7 Meter Breite Tartanbahn befand, macht es nicht unbedingt einfacher, die Schiedsrichterentscheidung, weiterlaufen zu lassen, nachzuvollziehen. Wie gesagt, eigentlich eine völlig harmlose Aktion, über die sich manch Marler Spieler zurecht aufregte. Der ein oder andere Traber Kicker nahm dies allerdings fortan zum Anlass, nahezu jede Aktion ins Lächerliche zu ziehen. Bei jedem weiteren Einwurf z.B. gab es Äußerungen wie „ist es von hier aus okay?“ oder ähnlichem. Außerdem praktizierten sie nun Trash Talk par excellence und selbst von Beleidigungen blieb man nicht verschont. Auf Details sollte an dieser besser nicht eingegangen werden – einfach unterste Schublade!
Fußball wurde allerdings dann auch noch gespielt. Allerdings leider weiterhin in eine Richtung. Es folgten die Gegentreffer 6 bis 8, unnötig zu erwähnen, wer sich hier hauptsächlich hervortat. Auch hier durften natürlich Kommentare wie „das ist ja leichter als im Training!“ nicht fehlen.  Selbst beim zwischenzeitlichen 4:7 (durch Lukas Kozielski aus dem Gewühl heraus) wurden Kreisliga-Vergleiche herangezogen, einfach nur peinlich.

Fazit: Gegen dieses Star-Ensemble hat man sich trotz der deutlichen Niederlage äußerst gut aus der Affäre gezogen. Über Sinn und Unsinn solcher Spiele darf man durchaus diskutieren…

Tore:
0:1: P.Simon
3:2: A.Dolega
3:3: P.Walter (Foulelfmeter)
4:7: L.Kozielski

Aufstellung FC Marl: D.Averbeck, P.Debo, T.Pott, A.Viehweg, C.Kohn, P.Simon, L.Kozielski, F.Lingner, P.Walter, A.Dolega, A.Arifaj, D.Thies, Mahy.Mulai, S.Heimbruch, T.Heidenreich, D.Grabowski

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