Alte Herren Ü50: Pleite, Pech & Pannen in Bochum

WSV Bochum – FC Marl Ü50   4:3 (2:1)
 
Die Alten Herren Ü50 sind und bleiben unberechenbar. Nach einer vor allem in der ersten Halbzeit völlig desolaten Vorstellung verlor man beim WSV Bochum unnötig mit 3:4 (1:2).
Der Nachmittag begann schon vor dem Spiel nicht gerade vielversprechend. War man beim Treffpunkt an der Hagenstraße komplett, fanden sich an der gegnerischen Sportanlage in Bochum zwei PKWs mit arger Verspätung ein, so dass die Partie erst verspätet angepfiffen werden konnte.
Und auch, als der Schiedsrichter das Spiel anpfiff, waren die Gäste alles andere als hellwach. Es schien, als hätte die komplette Mannschaft vergessen, worauf es beim Fußball ankommt. Abstimmung untereinander? Fehlanzeige! Gewonnene Zweikämpfe? Fehlanzeige! Stockfehler? Kaum noch zu zählen. Und zu allem Überfluss wurden persönliche Differenzen verbal auf dem Spielfeld ausgetragen. Eine ganz bittere Vorstellung in den ersten Minuten. Die beiden Plätze auf der Reservebank waren in den folgenden Minuten heiß begehrt.
So war es auch weniger überraschend, dass die Gastgeber durch ein zugegebenermaßen sehr schön herausgespieltes Tor früh in Führung gingen. Und es wurde aus Marler Sicht nicht besser: Flankenbälle gingen hinter das Tor, einfachste Pässe landeten beim Gegenspieler oder im oft zitierten Niemandsland und ein direkt geschossener Freistoß aus aussichtsreicher Position landete nahe der Eckfahne. Doch auch hier zeigt sich Unberechenbarkeit des FC. Detlef Stiehl öffnete das Spiel mit einem tollen 40 Meter-Pass auf Rüdiger Simon, dieser flankte in den Strafraum und hier stand Berthold Grunenberg, der völlig freistehend mit einem platzierten Kopfball ins linke untere Eck den völlig überraschenden Ausgleich erzielte. Und kurz darauf sollte es noch besser werden: Udo Meister setzte sich klasse durch und passte von der Grundlinie auf den mitgeeilten Dieter Thies, welcher uneigennützig auf Berthold Grunenberg legte. Was dann aber folgte, würde in jedem Jahresrückblick seinen Platz finden, vor allem in der Rubrik „Pleiten, Pech & Pannen“. Ohne jegliche Bedrängnis brachte es Bertie fertig, den Ball aus 12 Metern neben das verwaiste Gehäuse zu setzen. Und es passte wieder einmal ins Bild des heutigen Tages, dass es im direkten Gegenzug den nächsten Nackenschlag geben sollte. Nach einem Befreiungsschlag machte sich der Stürmer allein auf den Weg Richtung Dirk Gardhoff und überwand ihn mit einem gezielten Schuss in den Winkel. Da passte kein Blatt Papier mehr zwischen!
Beim Spielstand von 1:2 aus Marler Sicht wechselte man die Seiten und der FC stellte die Hintermannschaft personell um. Diese Änderung sollte Früchte tragen. Marl bestimmte fortan das Spielgeschehen und kam folgerichtig zu Torchancen. Doch sowohl ein Schuss von Dieter Thies aus kurzer Distanz nach toller Vorarbeit von Udo Meister als auch ein strammer Fernschuss von Erstgenanntem verfehlten ihr Ziel nur knapp. Unnötig zu erwähnen, dass genau in diese Drangperiode der nächste Gegentreffer fiel. Einen Flankenball in den Strafraum „pflückte“ Dirk Gardhoff herunter, ließ diesen allerdings wieder fallen und der Gegner bedankte sich artig mit dem 3:1. Proteste des Schlussmanns, er sei behindert worden, prallten beim Schiedsrichter ab.
3 Chancen, 3 Tore – von solch einer Verwertung konnten die Marler Gäste nur träumen. Doch getreu dem Motto „aller guten Dinge sind 3“ konnte Dieter Thies wenig später erneut verkürzen. Eine Flanke von Dieter Dammer wurde länger und länger, so dass Udo Meister und Jörg Overdieck den Ball verpassten, doch DT11 erwischte den Ball am langen Pfosten mit einem langen Bein und spitzelte das Spielgerät über die Linie.
Konnte man das Spiel vielleicht noch drehen? Der aufmerksame Leser dieser Zeilen wird erahnen, was nun kommt. Der WSV kam zum vierten Mal nach vorn, der Stürmer stand sich erneut Dirk Gardhoff gegenüber, legte sich den Ball zu weit vor und der Torhüter war vor ihm am Ball. Doch wie der Zufall so spielt, sprang der Ball vom Oberschenkel des Keepers an den Körper des Gegners und von dort trudelte der Ball gemächlich ins Netz. So kam, sinnbildlich für die gesamte Partie, zu viel Unvermögen jede Menge Pech dazu. Die Partie plätscherte anschließend vor sich hin und als beide Seiten den Schlusspfiff ersehnten, gab es s noch einmal einen Eckball für den FC. Detlef Stiehl brachte diesen hinein und eigentlich völlig unbedrängt wuchtete der Abwehrspieler den Ball mit dem Oberkörper zum 4:3-Endstand ins eigene Tor. Der Schiedsrichter pfiff danach erst gar nicht mehr an.
 
Tore:
1:1: B.Grunenberg
3:2: D.Thies
4:3: Eigentor
 
Aufstellung FC Marl: D.Gardhoff, R.Krakau, C.Vandrey, D.Stiehl, R.Simon, J.Overdieck, V.Kuzaj, D.Thies, M.Schabio, U.Meister, D.Dammer, B.Grunenberg
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