Alte Herren: Aus für die Ü50 im Pokalkrimi

SG SpVG Herten/SC Herten – FC Marl Ü50/2  6:5 n.Neunmeterschießen (0:4, 4:4)

 
-Bericht von Jupp Uhlenbruch-
Hat man vor einiger Zeit noch beim Erstligaspiel zwischen den Ruhrgebietsrivalen Borussia Dortmund und Schalke 04 mit Erstaunen registrieren können, das eine totgesagte Schalker Mannschaft einen schier unaufholbaren 0-4 Rückstand zur Pause noch in ein Remis umwandeln kann, so ereilte der Ü50 beim Kreispokalspiel in Herten ein ähnliches Schicksal, mit dem Unterschied, es gab für beide BuLi-Teams noch jeweils einen Punkt, der FC schied nach Neunmeterschießen in einem hochdramatischen Spiel aus dem diesjährigen Kreispokal hingegen aus.
Der Reihe nach.
Der FC Marl war sofort hellwach, stand hinten sicher, ließ Ball und Gegner laufen, und hatte in Thomas Bunte einen Akteur in eigenen Reihen, der immer wieder anspielbar war, und offensiv ständig Akzente zu setzen wusste.
So kam es nicht von ungefähr, dass besagter Bunte bereits nach zehn Minuten die Führung für den Gast markieren konnte, als er ein Zuspiel von Rolf Kempf annahm, um das Leder anschließend fulminant unter die Torlatte zu hämmern, der FC Marl war verdient in Führung gegangen.
Nachdem dann Karlo Simon und Michael Höfner gute Gelegenheiten ausließen, und auch die Gastgeber zum ersten Mal etwas Gefährlichkeit erkennen ließen, allerdings an Kalle Heimbruch scheiterten, war es erneut Thomas Bunte, der nach einem Traumpass von Siggi Meger das zweite Marler Tor markieren konnte, und -Duplizität der Ereignisse- in der 26.Minute auch für das dritte Tor verantwortlich zeichnete, auch hier war Siggi Meger der Vorbereiter.
Als nur zwei Minuten später Karlo Simon mit schönem Heber nach Vorarbeit von Bunte den vierten Treffer erzielte, war der Drops für viele gelutscht, und bis zur Pause hielt man die konsternierten Gastgeber in Schach, hatte nur einmal Glück, als ein Weitschuss an die Latte der Marler Gehäuses krachte…dann war Halbzeit.
Das Ding war durch, zu groß die Überlegenheit, der FC Marl schien einen Sahnetag erwischt zu haben, und es konnte nichts mehr passieren…dachte man.
Als nur kurz nach dem Wiederanpfiff Siggi Meger den Hertener Keeper zu einer Glanzparade zwang, nur kurze Zeit später eine weitere dicke Chance ausließ, dachte man eher an ein Debakel für Herten, als eine furiose Aufholjagd.
Nachdem aber in der 50.Minute nach schönem Solo die Gastgeber den ersten Treffer erzielen konnten, war der Faden bei Marl gänzlich gerissen.
Viele Spieler hatten nun große konditionelle Probleme, die Disziplin und Ordnung, die noch in der ersten Hälfte vorherrschte, war nun gänzlich verlorengegangen, und als Herten in der 55. und 60. Minute zwei weitere Treffer gelang, durfte man zurecht Böses erahnen.
Die Gastgeber machten Druck, profitierten davon, dass Marler Konterchancen leichtfertig vergeben wurden, und kamen tatsächlich -quasi mit dem Schlusspfiff- noch zum Ausgleich…
Der Schiedsrichter ordnete eine zweimal zehnminütige (!!!) Verlängerung an, nach langen Diskussionen -die Marler wollten, bzw. konnten nicht mehr weiterspielen, weil die Kraft nicht mehr vorhanden war- und dem intensiven Nachforschen des Regelwerks, entschied er dann auf die Entscheidung durch Neunmeterschießen, drei Schützen pro Team waren vorgesehen.
Der erste, der zum Punkt ging, war Frank König, der souverän den ball ins Eck setzte, und als die Hertener beim ersten Versuch eine Fahrkarte schossen, keimte wieder Hoffnung auf, man könnte das Spiel evtl. doch noch nach Hause bringen.
Der zweite FC-Spieler, Horst Zühlke, scheiterte jedoch an Hertens Goalie, anschließend versenkte der Hertener Spieler seinen Neumeter, so das alles von den letzten Schützen abhängen sollte.
Rüdiger Krakau war derjenige auf dessen Schultern nun eine schwere Last lag…Rutsche lief an, knallte das Ding an den Innenpfosten, von dort sprang das Leder nicht über die Linie, sondern wieder ins Feld zurück…Pech.
Nun hatte der letzte Hertener Schütze die Chance alles klarzumachen, ließ sich diese nicht entgehen, verwandelte den entscheidenden Neunmeter, und der FC Marl hatte ein Spiel verloren, von dem man sich noch nach vielen Monaten zurecht fragen darf, wie das geschehen konnte.
Das man das Spielfeld dann mit hängenden Köpfen verließ, muss an dieser Stelle nicht noch ausführlich geschildert werden, die Enttäuschung war riesengroß.
Schuldzuweisungen darf man niemandem machen, die Mannschaft hat in der ersten Hälfte ein berauschendes Spiel gezeigt, war dann allerdings im zweiten Durchgang kräftemäßig nicht mehr in der Lage den Angriffen der Hertener standzuhalten, wobei man anmerken darf, das auch diese mit der Hitze zurechtkommen mussten, und schließlich einen Viertorerückstand aufzuholen hatten, eine Tatsache, die dem neutralen Beobachter höchsten Respekt abgewinnen sollte.
Somit sind beide Teams der Marler Ü50 frühzeitig gescheitert, unser Glückwunsch geht an die Spielgemeinschaft aus Herten, der wir für den weiteren Verlauf des Kreispokals alles Gute und viel Glück wünschen.
 
Aufstellung FC Marl: K.Heimbruch, R.Kempf, R.Krakau, H.Zühlke, F.König, J.Overdieck, S.Meger, T.Bunte, K.Simon, M.Höfner, F.Tollkamp
 
Tore:
0-1 T.Bunte
0-2 T.Bunte
0-3 T.Bunte
0-4 K.Simon
1-4
2-4
3-4
4-4
 
Neunmeterschießen:
4-5 F.König
Herten verschießt
H.Zühlke verschießt
5-5
R.Krakau verschießt
6-5
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